Ein Haus für drei Religionen: das "House of one" in Berlin

GKP-Mitglieder schauen sich den künftigen Standort des House of One an.

Noch ist es seine eingezäunte Brache zwischen Hotels und Plattenbauten, Baustellen und einer der Verkehrstangenten durch die Mitte Berlins. Noch ist es nur ein Modell aus Holz, das Frithjof Timm vom Verein „Bet- und Lehrhaus Petriplatz Berlin“ im Gespräch auf den Tisch stellt. Dabei steht das Projekt „House of One“ seit Jahren als Vision im Raum, und nach Überzeugung der Initiatoren wird der Bau 2018 starten. Dafür, so Timm, gebe es „gut begründete Hoffnung“. Am 28. September nutzten acht Mitglieder der Berliner GKP-Regionalgruppe die Gelegenheit, ein wenig mehr zu dem Vorhaben zu erfahren. 

„House of One“ ist eine zwar nicht mehr weltweit einmalige Idee, aber in dieser strukturellen Planung doch singuläre Konzeption. Der Bau - auf den archäologischen Resten der ältesten Teile Berlins, dem „Ur-Ort“ von 1237 – soll eine Synagoge, eine Kirche, eine Moschee unter einem Dach bergen und gemeinsame Initiativen voranbringen. „Ein öffentliches Gebäude, das nicht per se als religiöses Gebäude zu erkennen ist“, sagt Timm, das aber seine Ausstrahlung habe. So soll auf den Fundamenten der kriegszerstörten und bis 1964 dann abgerissenen evangelischen Petrikirche im so säkularen wie religiös vielgesichtigen Berlin etwas neues entstehen: Ein Haus der drei monotheistischen Religionen in Offenheit, ohne einfache Vermischung. „Wir beharren auf den jeweiligen Traditionen und legen sehr großen Wert darauf, sich jeweils selbst zu organisieren“, sagt Timm. 

Schon heute treffen sich Vertreter der drei beteiligten monotheistischen Religionen – evangelischer Pfarrer, Rabbiner, Imam - regelmäßig in der Geschäftsstelle. Auf muslimischer Seite ist das „Forum für Interkulturellen Dialog“ am „House of One“ beteiligt, und hinter dem Forum stehen (auch) Mitglieder der Gülen-Bewegung, die die Türkei für den Putsch vom Juli verantwortlich macht. „Wenn wir ein solches Projekt machen, dann brauchen wir verlässliche Partner“, sagt Timm. Die Kontakte zum Dialog-Forum seien bewährt und auch mit staatlichen Stellen geklärt. 

Weitere Informationen unter www.house-of-one.org 

Christoph Strack

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