Der Golfball ist sein berufliches Abenteuer

Rainer Lomen, 59, leitet die Redaktion des regionalen Blattes Golf & Business. Zwei Jahrzehnte widmete er sich der Unternehmenskommunikation, war im Marketing aktiv und schrieb für die Wirtschaft Nordhessen, den Titel der Industrie- und Handelskammer.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich der Freude am Schreiben zu nähern. Mein Weg hatte mit der Firmung zu tun. „Lasst uns ein Heft machen, in dem wir regelmäßig unsere Sicht der Dinge darstellen!“ So lautete unser Anliegen, als wir uns in der Kasseler Gemeinde St. Marien auf das Sakrament vorbereiteten. „Wir“, das war ein Dutzend Youngster, deren Sendungsbewusstsein im Gegensatz zu ihrer Fähigkeit stand, lesenswerte Texte zu Papier zu bringen. Das Ergebnis wurde monatlich als „Laberus“ vor der Kirche verteilt.

Der Titel passte zum Inhalt. Und doch: Es machte uns Spaß, Themen zu diskutieren, Ideen zu entwickeln, Darstellungsformen auszuprobieren, uns auf Beiträge zu verständigen und am Ende des Prozesses ein Heft vorzulegen. Und mit reichlich zugespitzten Texten zu provozieren...
Diese Phase war es, die mich neugierig auf den Journalismus und rund eine Dekade später für die PR eines deutschen Öl- und Gasunternehmens tätig werden ließ. Auch in den sieben Jahren, in denen ich das IHK-Magazin Wirtschaft Nordhessen betreute, standen wirtschaftliche Themen im Vordergrund.
Seit über 15 Jahren leite ich die Redaktion, die sich mit dem Golfsport in der Region beschäftigt. Das Magazin trägt den Titel Golf & Business (www.golfbusiness-nordhessen.de), erscheint viermal pro Jahr in einer Auflage von 20.000 Exemplaren und nimmt die Gegend zwischen Göttingen und Fulda in den Blick.
Ob die Funktion ein Abenteuer war oder ist? Die Aufgabe bringt immer wieder interessante Begegnungen und Einblicke. Auch möchte ich die Reisen nicht missen, die mich als Berichterstatter u.a. nach Irland, Schottland, Spanien, Portugal, Madeira, auf die Kanaren und nach Griechenland führten.
„Der Journalist macht sich nicht gemein, auch nicht mit einer guten Sache.“ Mit Hans-Joachim Friedrichs Zitat konnte ich nie viel anfangen. Im Gegenteil. Bewusst mache ich mit meinem Blatt Öffentlichkeitsarbeit für die Sportart und die Region. Dazu gehört, mich für die Vermarktung des Magazins zu engagieren; das Gespräch mit dem Anzeigenkunden, dem häufig unberechenbaren Wesen, habe ich vielfach als Abenteuer erleben dürfen und müssen. Eine solch’ kleine Publikation lässt die viel beschworene Trennung von Redaktion und Anzeigenverkauf nicht zu. Die Alternative wäre, den Titel einzustellen.
Vor dem Hintergrund beende ich diese Zeilen mit PR für meine Stadt. Derzeit läuft die documenta 14. Bis Mitte September lockt die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst Menschen rund um den Globus nach Nordhessen. Spannendes gibt es zu entdecken, für Journalisten allemal, auch für katholische. Skeptiker seien auf den Obelisken hingewiesen, der auf dem Königsplatz steht. „Ich war ein Fremdling, und ihr habt mich beherbergt“, lautet eine Inschrift in Anlehnung an das Matthäus-Evangelium – in Deutsch, Türkisch, Englisch und Arabisch. Und das ist nicht das einzige Werk, das sich auf religiöse Inhalte bezieht. Willkommen in Kassel, willkommen zum kreativen Abenteuer!

Rainer Lomen

 

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