Buchtipp: "Sich Gott nähern"

„Wenn die Menschen spüren, dass ich eine Franziskanerin bin, dann vor allem deshalb, weil ich so bin, wie ich bin.“ Schwester Juliana lebt als „Dienerinnen der heiligen Kindheit Jesu vom Dritten Orden des heiligen Franziskus“ in Kloster Oberzell bei Würzburg. Im Buch „Sich Gott nähern – Frauenorden in Deutschland“ stellt der Journalist und unser GKP-Mitglied Alfred Herrmann die junge Ordensfrau und ihren franziskanischen Ordensweg vor.

Mehr als 300 verschiedene Frauenorden und autonome Einzelklöster gibt es in Deutschland. Fast 16.000 Schwestern und Nonnen versuchen darin, sich auf ganz unterschiedlichen Wegen Gott zu nähern. Eine faszinierende Vielfalt – doch was macht eine Franziskanerin aus, was eine Benediktinerin, was eine Karmelitin? Was unterscheidet eine Dominikanerin von einer Vinzentinerin oder einer Helferin? Wie lebt eine Kleine Schwester Jesu, wie eine Schwester vom Göttlichen Erlöser, wie eine Missionsärztliche Schwester? Auf lebendige Weise und mit Fotos reich illustriert, verschafft das Buch „Sich Gott nähern“ einen tiefen Einblick in eine Lebensform, die vielen fremd ist, und gibt zugleich einen versierten Überblick über die vielfältige Frauenordenslandschaft in Deutschland.

Wie bereits im Buch „Gott suchen – Männerorden in Deutschland“, das Ende 2014 erschien, stehen auch in „Sich Gott nähern – Frauenorden in Deutschland“ einzelne Ordensleute im Mittelpunkt. Der Autor begleitete deutschlandweit 18 Ordensfrauen in ihrem Tagesablauf, in ihrem Beten, in ihrem Wirken, um ihrer Spiritualität und ihrer Lebensweise auf den Grund zu gehen. Er ging mit ihnen in den Matheunterricht der Klosterschule, in das Hospiz, in die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, sprach mit Missionarinnen in Papua Neuguinea, Mauretanien und Dänemark, war Gast im Chorgestühl der Abteikirche, im Klostergarten hinter der Klausurmauer, im Meditationsraum der Konventwohnung.

Die in dem Buch vorgestellten Nonnen und Schwestern, alle zwischen 30 und 65 Jahren, zeigen, was Ordensleben in Deutschland im 21. Jahrhundert bedeutet. Sie haben eine religiöse Lebensform in einer Gesellschaft gewählt, in der sich nur noch wenige Frauen für einen solchen Weg entscheiden. In einer Zeit, in der Ordensgemeinschaften überaltern, bringen sie den Mut auf, Ordensleben völlig neu zu prägen. „Das Buch lädt ein, genauer hinzusehen“, betonte daher auch die Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz, Schwester Maria Regina Pröls, bei der Buchmesse in Frankfurt, „auf eine Welt, in der sich permanente Veränderungsprozesse und unbedingte Bewahrung von lange definierten Werten die Waage halten.“

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