Eckpunkte: Vom Hören und Tätigsein

Pater Christof Wolf, Geistlicher Beirat der GKP, über Marta als Urgestalt des "contemplativus in actione":

Der junge Spanier Hieronymus Nadal (1507-1580) lernt als Student in Paris Ignatius und seine Freunde kennen. Sich der Gruppe anschließen will er nicht. Dennoch lässt ihn die Gesellschaft Jesu nicht los. Fasziniert liest er, was Franz Xaver über seine Missionstätigkeit in Indien berichtet, und reist schließlich 1545 nach Rom, um dem neu gegründeten Orden näher zu kommen. Nadal macht die großen Exerzitien und wird nun doch Jesuit. Bald ist er ein Vertrauter von Ignatius und hilft ihm unter anderem bei der Formulierung der Ordensregel. Die Gesellschaft Jesu verzichtet auf das traditionelle Stundengebet und den damit einhergehenden Rhythmus von Gebet und Arbeit. Die eben erst im Spätmittelalter geprägte Formel „Ora et labora“, oft als benediktinische Kurzformel bezeichnet, obwohl sie in der „Regula Benedicti“ gar nicht enthalten ist, kommt also nicht infrage. Wie aber lässt sich die jesuitische Lebensform prägnant beschreiben? Von Nadal stammt die Formulierung „contemplativus in actione“. Jesuiten sollen nicht in abgeschiedener Stille ein rein beschauliches Leben führen und sie sollen auch nicht einfach in ihrer Arbeit aufgehen. Die Gotteserfahrung in Jesus Christus ist Heimat und Quelle. Das bestimmt den Gefährten Jesu, wohin immer er auch gesandt ist, nach besten Kräften tätig zu sein. Weiterlesen »

Buchtipp: Medien: Macht & Verantwortung

Ulrich Wickert Medien Macht VerantwortungZunehmender Wettbewerbsdruck, die Flut an Informationen und die Schnelligkeit, mit der sie sich verbreiten, haben nach Ansicht von Ulrich Wickert zu einer erschreckenden Banalisierung der Öffentlichkeit geführt. Voyeurismus, Skandalisierung, Emotionalisierung sind nur einige Stichworte. Der frühere Tagesthemen-Moderator reflektiert in seinem Essay über die Macht und die Verantwortung der Presse beispielsweise nach den Kölner Silvester-Ereignissen, dem Zugunglück in Bad Aibling oder im Umgang mit Politikern und Wirtschaftsbossen in Interviews. Statt Betroffenheitsjournalismus fordert er kritischen, aufklärerischen Journalismus gerade auch im Wissen um die Macht und die politische Wirkung von Bildern in der Berichterstattung. (rub) Weiterlesen »

Buchtipp: Das Spiel ist aus

Holger Gertz Das Spiel ist aus DVAGeschichten über das Verlieren. Holger Gertz, Reporter der Seite drei der Süddeutschen Zeitung in München, haben Verlierer immer mehr interessiert als Gewinner und zwar nicht nur bei Sportereignissen. In seinen Reportagen, Porträts und Essays zeichnet er die Schicksale der Verlierer nach, der tragischen Helden, der Gescheiterten und der Verlorenen und erzählt dabei zugleich mehr über den Sport und das Leben. Wimbledon-Gewinner Boris Becker kommt in der neuen Reportagen-Sammlung ebenso vor wie der Boxer Henry Maske, der Reporter Rolf Töpperwien, Fußballkommentator Marcel Reif oder Bastian Schweinsteiger und Tour-Held Lance Armstrong. Ein Buch nicht nur für Sportinteressierte, sondern für alle, die ausgezeichnete Reportagen schätzen. (rub) Weiterlesen »

Abenteuer Journalismus: Ulrich Ruh in der Sowjetunion

Ulrich Ruhs größtes journalistisches Abenteuer war die Berichterstattung über die 1000 Jahr-Feier der Russisch-Orthodoxen Kirche in Moskau 1988.
Ruh, 1950 in Elzach (Schwarzwald) geboren, war nach dem Studium der Katholischen Theologie und Germanistik in Freiburg und Tübingen von 1974 bis 1979 Assistent am Lehrstuhl von Karl Lehmann und hat bei ihm mit einer Arbeit über Begriff und Problem der Säkularisierung promoviert. Von 1979 bis 1991 war er Redakteur der „Herder Korrespondenz“, von 1991 bis 2014 dann deren Chefredakteur. Im März 2015 ernannte ihn die Universität Freiburg zum Honorarprofessor, im Oktober 2015 wurde er Dr. theol. h.c. in Erfurt.
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Regionalgruppe München besucht Kloster Beuerberg

13.07.2016

Ein Kloster, mehr noch dessen Klausurbereich,  hat etwas Geheimnisvolles.  Hinter Mauern öffnet sich nicht selten ein von der übrigen  Welt abgetrennter Kosmos.  Wer einen Blick in diese verborgene Sphäre werfen möchte, der hat im Kloster Beuerberg vor den Toren Münchens derzeit Gelegenheit dazu. Seit Kardinal Marx die Ausstellung „Klausur“ zu Pfingsten eröffnet hat, stößt die ungewöhnliche Schau, die im Oktober ihre Pforte wieder schließen wird,  auf großes Publikumsinteresse. Zu den Eigenheiten der Ausstellung gehört, dass im Klostershop Originale der einstigen Schwestern verkauft werden: Servietten, Tafelgeschirr, Bettwäsche, Schlüssel, Bastelarbeiten…. Weiterlesen »

Eckpunkte: Richtig reden

Pater Christof Wolf, Geistlicher Beirat der GKP, über die Kraft der Sprache:

Wer viel Filme in Originalsprache anschaut, macht die Erfahrung, dass es in der englischen Sprachwelt ganz verschiedene Dialekte gibt, die oft schwer zu verstehen sind. In Western herrscht meist der texanische Akzent vor, je nach Schauplatz gibt es aber auch die typischen Ostküsten- (Kalifornien) oder Westküsten-Akzente (New York). In London lief vor Jahren einmal ein Film eines schottischen Regisseurs mit englischen Untertiteln – allerdings nur während der ersten zwanzig Minuten. Danach blieben sie ausgeblendet, und alsbald verließen erstaunlich viele Zuschauer das Kino. Für den Studenten jedoch, der nur mit seinem Schulenglisch gewappnet gerade ein Studienjahr in London begonnen hatte, waren die schottischen Dialoge kein Grund zu gehen. Schließlich gehört das Nicht-Verstehen zu den normalen Frustrationen beim Erlernen einer Sprache. Und ein Film erzählt ja Geschichten auf ganz vielen Ebenen, nicht nur durch die Sprache. Obwohl diese zuweilen selbst zum Thema werden kann, etwa in dem mit fünf Oscars bedachten Film „The King's Speech“, den der in London geborene Tom Hoopers inszenierte. Weiterlesen »

Abenteuer Journalismus: Martin Blach "vermarktet" Kloster Eberbach

Martin Blach, Theologe und Fachmann in Betriebswirtschaft und Marketing/PR, ist Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Kloster Eberbach. "Sein" Kloster, das schon Gefangenenlager, Psychiatrie und nun Schauplatz von DSDS war, zu vermarkten, ist sein journalistisches Abenteuer:

Es ist besonderes Glück, an diesem 900 Jahre alten Ort arbeiten zu dürfen. Seit acht Jahren helfe ich als Geschäftsführender Vorstand, Kloster Eberbach zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Traumjob und zugleich ein Kampf, ohne in Betrieb und Unterhalt staatlich subventioniert zu sein täglich fast 10.000 Euro an Kosten zu stemmen. Ohne kreative Vermarkung geht da nichts. Weiterlesen »

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