Jens Joest: zu viel PR in der kirchlichen Medienarbeit

Jens Joest ist seit 2007 Print- und Online-Redakteur der Bistumszeitung „Kirche+Leben“ in Münster. Im Interview mit den GKP-Informationen beklagt er einen zu großen Einfluss der PR in der Medienarbeit der Kirche:

Worüber haben Sie sich zuletzt in den Medien so richtig geärgert?
Mich ärgert das bundesweit wachsende Übergewicht der PR in der katholischen Medienarbeit. Viele Bistümer bauen Pressestellen stark aus, während Redaktionen bei Bistumszeitungen schrumpfen, die sich – anders als Pressestellen – wirtschaftlich behaupten müssen. Weiterlesen »

Abenteuer im Beruf: Einsatz für Frieden und Sicherheit

Marlene Beyel ist Referatsleiterin für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit beim Katholischen Militärbischofsamt in Berlin. Ihr berufliches Abenteuer ist die Arbeit für Frieden und Sicherheit:

In der Politik wird häufig über das  Rentenalter diskutiert. Man hat den Eindruck, dass alle schon mit spätestens 60 Jahren in den Ruhestand versetzt werden wollen. Es wird zu wenig beachtet, dass es Menschen gibt, die den Beruf als durchaus  sinnstiftend und lebenserfüllend empfinden. Dazu gehöre ich! Ich bin jetzt seit gut dreißig Jahren in der Presse- und  Öffentlichkeitsarbeit der Militärseelsorge tätig. Ich habe in diesen Jahren sehr intensiv die gewaltigen gesellschaftlichen Veränderungen in unserem Land miterleben dürfen: die Deutsche Einigung, das Ende des Kalten Krieges, den Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der internationalen Verpflichtungen unseres Staates, das Zusammenwachsen Europas und jetzt leider auch die raue Wirklichkeit von Terror und Krieg und nationalem Egoismus. Weiterlesen »

Künstliche Intelligenz

Pater Christof Wolf, Geistlicher Beirat der GKP, über menschenähnliche Roboter, emotionslose Programme und sensibles Leben:

Das Entwicklerteam von Cybertronics hängt an den Lippen seines Chefs Prof. Hobby: „Das künstlich erschaffene Wesen ist Wirklichkeit. Ein perfektes Abbild unser selbst. Voll beweglich, artikuliert in der Ausdrucksweise und in seiner Reaktion überaus menschlich.“ Hobby sticht eine junge Frau namens Sheila in den Handrücken. Sie schreit auf. „Sogar mit Schmerzempfindungen ausgestattet!“ Und zu Sheila gewandt: „Was war das für ein Gefühl? War es Wut? War es Angst?“ – „Ich verstehe Ihre Frage nicht.“ – „Habe ich deine Gefühle verletzt?“ – „Aber nein, meine Hand“. Doch Sheila hält sich weder vor Schmerz die Hand, deren Wunde auch gar nicht blutet, noch springt sie auf und wehrt sich. Sheila ist ein sogenannter Mecha – ein Roboter, der aussieht wie ein Mensch, handelt wie ein Mensch. Die komplexe Psyche eines Menschen scheint sie allerdings noch nicht zu haben. Hobby kommt ins Schwärmen: „Wir bauen einen Roboter, der lieben kann […], einen Roboter mit einer inneren Welt, voller Metaphern, Intuitionen, eigenständigen Überlegungen, voller Träume.“ – „Aber können Sie Menschen dazu bringen, Roboter zu lieben?“ wendet eine Kollegin ein. „Unser Kind wird ein perfektes Kind, das sich niemals verändert. Immer liebevoll, niemals krank, ein Idealbild […] und hat Gott nicht Adam erschaffen, um geliebt zu werden?!“ Zwanzig Monate später ist es dann soweit: David, das perfekte Kind, hat Marktreife erlangt. Weiterlesen »

Buchtipp: Rettet die Wahrheit

Was passiert mit einer Gesellschaft, in der Fake News Menschen manipulieren und das Vertrauen in die Politik und die Medien nachhaltig erschüttern? heute journal-Moderator Claus Kleber hält auch im Social Media-Zeitalter die Lieferung und Aufarbeitung von Nachrichten für eine Aufgabe für professionelle Journalisten, die ihren Job ernst nehmen und sich nicht auf einer ungesicherter Wissensbasis in den Mainstream ziehen lassen. Kleber hat daher mit einer kleinen „Streitschrift“ ein Plädoyer für die Unabhängigkeit der Medien und gegen die Kampagnen der Hetzer vorgelegt und beschäftigt sich darin mit der Frage, wie der Orientierungslosigkeit und der Streuung von Unwahrheiten ein Ende gesetzt werden kann. Dabei bietet er auch einen Blick in den Redaktionsalltag der ZDF-Sendung, in der Journalisten über die Nachrichtenauswahl entscheiden und nicht politische Vorgaben umgesetzt werden. (rub) Weiterlesen »

Theologisches Know-how gefragt

Bergisch Gladbach – Sechs Wochen vor dem Ende des Reformationsjubiläums 2017 würdigt die GKP den breiten Raum, den die deutschen Medien diesem Ereignis, aber auch anderen religiösen Themen widmen. „Die alte Frage, ‚Wie hältst du’s mit der Religion?’, ist auch für unsere moderne säkulare Gesellschaft aktuell und relevant“, sagt der GKP-Vorsitzende Joachim Frank. In den Medien sei die Arbeit von Journalisten mit entsprechender Fachkenntnis unerlässlich, betont er anlässlich des vom Vatikan ausgerufenen „Welttags der sozialen Kommunikationsmittel“ (Mediensonntag) am 10. September.

„Wer Religion verstehen und verstehbar machen will, muss etwas davon verstehen.“ Joachim Frank warnt davor, theologisches Know-how in den Redaktionen zu vernachlässigen: „Kompetenz ist hier genauso wichtig wie für die politische Arena oder das Fußballfeld.“ Angesichts zunehmender religiös motivierter oder überlagerter politischer und gesellschaftlicher Konflikte seien fundiertes Wissen und Urteilsvermögen für die Berichterstatter umso wichtiger.

Frank hebt auch die Bedeutung der kirchlichen Nachrichtenagenturen als zu-verlässige und seriöse Quellen für aktuelle Information und Hintergrundwissen in den Bereichen Religionsgemeinschaften, Theologie und Weltanschauungen hervor. „Mit KNA und epd sind Redaktionen immer auf der sicheren Seite.“ Weiterlesen »

Buchtipp: Lügenpresse

Volker Lilienthal Irene Neverla LuegenpresseUnter dem Titel „Lügenpresse – Medienkritik als politischer Breitensport“ hat die Universität Hamburg eine Ringvorlesung veranstaltet, deren Vorträge nun als Buch erschienen sind: Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer erläutert seine zehn Prinzipien für die journalistische Wahrheitssuche, Chefredakteur Kai Gniffke von ARD aktuell plädiert für eine respektvolle Kommunikation mit dem Publikum und Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo ist sich sicher, dass die Recherche die neue Meinung ist. Den Medien wird von vielen nicht mehr zugetraut, die Bürger wahrheitsgetreu zu informieren. Sie stehen im Verdacht, heikle Informationen zu unterschlagen. Zusammen mit Wissenschaftlern gehen die Journalisten in ihren lesenswerten Beiträgen der Frage nach, wie diese Glaubwürdigkeitskrise entstanden ist, wieso plötzlich so viele Leser und Zuschauer verunsichert sind und was die politischen Hintergründe des Kampfbegriffs „Lügenpresse“ sind. (rub) Weiterlesen »

Buchtipp: Zeitungsstadt Berlin

Peter de Mendelssohn Zeitungsstadt BerlinDer Berliner Zeitungsmarkt wurde einst geprägt von Persönlichkeiten wie Leopold Ullstein, Rudolf Mosse und Axel Springer, gezeichnet von historischen Zäsuren wie der NS-Diktatur, der deutsch-deutschen Teilung und dem Neubeginn nach der Wiedervereinigung 1990. Peter de Mendelssohn schlägt in seiner erstmals in den 1950er Jahren erschienenen Chronik voller Anekdoten einen Bogen von den Anfängen des Berliner Zeitungswesens am Beginn des 17. Jahrhunderts bis in die Nachkriegszeit der geteilten Stadt. In der Neuausgabe haben Lutz Hachmeister, Leif Kramp und Stephan Weichert diesen Klassiker nun von der Zeitungsstadt Berlin bis zur Digitalwirtschaft in die Gegenwart verlängert. (rub) Weiterlesen »

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