Eckpunkte: Josef - der stille Heilige

P. Christof Wolf SJ, Geistlicher Beirat der GKP, über Josef, den Mann Marias:

Die christliche Heilsgeschichte beginnt mit einer Verkündigung (Lk 1,26-38). Ein Kind soll Maria vom Heiligen Geist empfangen. Maria ist wohl jung, aber naiv ist sie nicht. Wie das denn gehen solle, fragt sie den Engel. Vor allem aber ist Maria gefordert, eine Entscheidung zu treffen. Falls man die Szene einmal aus der Perspektive des himmlischen „Personals“ filmen würde, könnte man in diesem Moment wohl eine Stecknadel fallen hören, da alle bangen und hoffen, dass Maria „Ja“ sagen wird. Gott zwingt uns Menschen nicht, Gott lädt uns ein, Gott lockt uns aus unserer Bequemlichkeit und dem Alltagstrott heraus. Dass Maria sich mutig ohne Wenn und Aber auf das „Verrückte“ einlässt, ist der Beginn einer Wende in der Menschheitsgeschichte. Gott wird Mensch, und zwar nicht auf dem roten Teppich, sondern als hilfloses kleines Kind. Wir wissen nur wenig über Jesu Kindheit aus den Evangelien. Am wenigsten wissen wir über Josef, Marias Verlobten und späteren Mann. Weiterlesen »

Ärger über manipulative Berichterstattung in Israel und Palästina

Livia Leykauf (47) arbeitet seit 2015 im Bereich Öffentlichkeitsarbeit im Caritas Baby Hospital in Bethlehem. In den GKP-Informationen antwortet sie auf die Frage, worüber sie sich in den Medien zuletzt so richtig geärgert habe:

Ich ärgere mich fast jeden Tag über die einseitige und manipulative Berichterstattung in vielen palästinensischen und israelischen Medien. Besonders schlimm sind die sozialen Medien. Es ist abstoßend – und gleichzeitig auf erschreckende Weise faszinierend –, wie hier Sachverhalte dem jeweiligen Nachrichtenbedürfnis angepasst werden; alles oder nichts in der Berichterstattung kann stimmen – muss es aber nicht.    Weiterlesen »

Digitalisierung derzeit größtes Abenteuer im Beruf

Amelie Tautor (29), Redakteurin bei der Wochenzeitschrift „Christ in der Gegenwart“ in Freiburg, beschreibt in der Dezember-Ausgabe der GKP-Informationen die Digitalisierung in den Redakltionen als größtes Abenteuer in ihrem Beruf:

Als das größte Abenteuer in meinem Beruf erlebe ich derzeit die Digitalisierung. Wirkliches Neuland ist das Phänomen zwar nicht mehr, aber in vielen – gerade in kleinen – Redaktionen werden manche Auswirkungen erst heute spürbar. Bei den Neuerungen ist viel Negatives dabei. Zu sehen ist das etwa an den allgemein sinkenden Printauflagen. Die Menschen haben sich daran gewöhnt, dass sie Informationen im Internet kostenlos bekommen. Warum sollen sie für Qualitätsjournalismus noch Geld ausgeben? Die Debatte, wie man mit Inhalten im Internet noch Geld verdienen kann, wird sicherlich eine der spannendsten und drängendsten der nächsten Jahre bleiben. Weiterlesen »

GKP-München trifft Peter Seewald

15.12.2016

Mit seinem kürzlich veröffentlichten Buch „Letzte Gespräche“ ist dem Journalisten Peter Seewald eine kirchengeschichtliche Sensation gelungen: Erstmals in der Geschichte des Christentums zieht ein Papst selbst Bilanz seiner Amtszeit. Offen resümiert Benedikt XVI. über seinen Rücktritt, über Vatileaks oder die Affäre um die Piusbruderschaft. Ratzinger findet auch – für manche eine Ungeheuerlichkeit – kritische Worte für die Kirche in Deutschland, die in seinen Augen in Gefahr ist, zu geistloser Bürokratie zu verkommen. Kein Wunder, dass es die "letzten Gespräche" bereits wenige Tage nach ihrem Erscheinen auf die Bestsellerlisten geschafft haben. Peter Seewald landet damit nach den millionenfach verkauften Werken „Salz der Erde“, „Gott und die Welt“ und „Licht der Welt“ ein weiteres Interviewbuch mit Ratzinger, das weltweit für Aussehen sorgt. Manche sehen im Journalisten Seewald den bedeutendsten Interpreten des deutschen Papstes. Über seine Rolle bei der Bewertung dieses besonderen Pontifikates will die GKP-Regionalgruppe München mit ihm sprechen. Weiterlesen »

GKP-Presseerklärung zur geplanten Einstellung der Zeitschrift "Filmdienst"

Die Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) hat mit großem Bedauern Berichte über eine bevorstehende Einstellung der Zeitschrift „Filmdienst“ zur Kenntnis genommen. Als Vorstand appellieren wir an die Medienverantwortlichen der katholischen Kirche, ihre Entscheidung zu revidieren und den Fortbestand der Zeitschrift sicherzustellen. Das „Magazin für Kino und Filmkultur“ ist in seiner derzeitigen Form herausragend. Eine Fortführung allein im Internet wird der Bedeutung der Zeitschrift nicht gerecht und kann ihren Rang nicht adäquat sichern. Weiterlesen »

Roland Juchem: Das große Abenteuer steht uns Journalisten noch bevor

Roland Juchem (55) arbeitet seit 2004 in der Zentralredaktion der Verlagsgruppe Bistumspresse als stellvertretender Chefredakteur. Vorherige Stationen waren die KirchenZeitung für das Bistum Aachen (1995–2004) sowie Kirche + Leben, Münster (1988–1995). Dort und beim Institut für publizistischen Nachwuchs (Ifp) hat er auch volontiert. Der diplomierte Theologe und Pädagoge ist seit 27 Jahren verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern.

Wie so mancher Kollege, der vor mir für diese Rubrik geschrieben hat, tue ich mich schwer, von Abenteuern in meinem Beruf zu sprechen. Ist der Journalismus, den ich erlebe, doch viel mehr ein Handwerk, das immer wieder eine Portion Kreativität verlangt (natürlich nicht bei den Fakten). Weiterlesen »

Eckpunkte: Allerheiligen - Allerseelen

Pater Christof Wolf, Geistlicher Beirat der GKP, über die Zeit und das Sterben:

Eines der faszinierendsten und zugleich schwierigsten Phänomene ist die Zeit. Manchmal kommen uns Minuten wie Stunden, dann wieder Stunden wie Augenblicke vor. Unsere diversen Kalender erinnern uns daran, dass es verschiedene Systeme gibt, Zeit zu messen, Zeit einzuteilen. Warum die Zeit kein umkehrbarer Prozess ist, beschäftigt bis heute als ungelöstes Rätsel die Naturwissenschaft. Interessanterweise nehmen wir Menschen unsere Gegenwart gar nicht als punktuelles Geschehen, als Moment oder Augenblick wahr, sondern eher als eine sehr kurze Zeitspanne von weniger als einer Minute Dauer. Auch viele Philosophen und Theologen haben sich darüber Gedanken gemacht. So schreibt Augustinus in seinen Confessiones: „Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand darüber fragt, so weiß ich es; wenn ich es aber jemandem auf seine Frage erklären möchte, so weiß ich es nicht. Das jedoch kann ich zuversichtlich sagen: Ich weiß, dass es keine vergangene Zeit gäbe, wenn nichts vorüberginge, keine zukünftige, wenn nichts da wäre. Wie sind nun aber jene beiden Zeiten, die Vergangenheit und die Zukunft, da ja doch die Vergangenheit nicht mehr ist, und die Zukunft noch nicht ist?“ (Conf. 397-401. XI, 14) Weiterlesen »

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