Eckpunkte: Schmetterling und Taucherglocke

Pater Christof Wolf, Geistlicher Beirat der GKP, über aufrichtige Liebe, andauernde Treue und einen neu erwachten Lebenswillen:

Aus einem blinzelnden Auge blicken wir in ein Krankenzimmer. Die Ärztin versucht mit Jean-Dominique Bauby zu reden, und er antwortet ihr auch. Aber sie reagiert überhaupt nicht auf seine Antworten. Da beginnt Jean-Dominique langsam zu begreifen: Er kann nicht nur kein Glied seines Körpers bewegen, nein, er hat auch seine Fähigkeit zu sprechen verloren. Er, der Chefredakteur von „Elle“, einer bekannten französischen Zeitschrift, ist nach einem Schlaganfall jeglicher Ausdruckskraft beraubt – fast. Er kann noch mit den Augen blinken. Einmal blinken heißt ja, zweimal blinken heißt nein. Die Kommunikation funktioniert wie ein Computer – es gibt nur noch Null oder Eins. Doch wie mühsam es auch ist, es wird ihm helfen, mit dem Locked-In-Syndrom leben zu lernen. – Die ersten Minuten von „Le scaphandre et le papillon“ wirken fast wie ein Experimentalfilm. Nur bruchstückhaft sehen wir die Bilder und immer aus dem subjektiven Blickwinkel unseres Helden. Diese Bedrückung weicht langsam der Rückkehr in eine „normalere“ Sicht auf das Leben von Jean-Dominique. Dieser bittet zunächst um Sterbehilfe. Aber immer mehr tauchen seine reichen Erinnerungen und Bildwelten in ihm auf, so dass sein Lebenswillen wieder erwacht. Seine Frau, sein Vater, seine Freunde nehmen Kontakt mit ihm auf, ja begleiten ihn. Seine Logopädin Henriette entwickelt sogar eine spezielle Methode, mit deren Hilfe er ihr seine Lebens- und Krankengeschichte diktieren kann. Die Publikation des Buches wird er kurz vor seinem Tod noch erleben. Weiterlesen »

Abenteuer Beruf von Bernhard Remmers

"Presse - Werft die Bande raus!" Eine Pressekonferenz, bei der der junge Journalist Remmers wirklich Angst bekam.

Heute ist Bernhard Remmers Journalistischer Direktor des ifp, der katholischen Journalistenschule in München. Von 1990 bis 1994 berichtete er nach dem Volontariat für das Flensburger Tageblatt und den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (shz) aus dem Landeshaus in Kiel.

Wer erinnert sich noch an Björn Engholm? Ein gut aussehender Mann aus der stolzen Hansestadt Lübeck, kulturbeflissen und in den 1990er Jahren ein Hoffnungsträger der Sozialdemokraten in Deutschland. Als junger Journalist in Schleswig-Holstein durfte ich in jener Zeit für das Flensburger Tageblatt über die Landespolitik berichten. Das allein war schon spannend. Zur Erinnerung: 1988 hatte Björn Engholm zusammen mit der SPD im Norden die CDU als Regierungspartei abgelöst. Die Union hatte nach Jahrzehnten die Regierungsbank räumen müssen, weil sie in der Barschel-Affäre mit schmutzigen Wahlkampftricks ihre moralische Legitimität verspielt hatte und die Sozialdemokraten in der Folge bei den Landtagswahlen die absolute Mehrheit gewannen. Björn Engholm stand als strahlender Saubermann dar und war ab 1991 Kanzlerkandidat der SPD, sollte mit seinem in Kiel erworbenen Nimbus den „ewigen“ Kanzler Helmut Kohl vom Sockel stoßen. Weiterlesen »

So war die Jahrestagung 2017 in Passau

 

 

Die Jahrestagung und Mitgliederversammlung 2017 fand mit rund 80 Teilnehmern am Mariahilf-Berg in Passau statt. Vorausgegangen waren eine Stadtführung durch Passaus Altstadt, ein Besuch der größten Domorgel der Welt im Passauer Dom und ein Besuch bei der Passauer Neuen Presse.

Die Slideshow in größerem Format und eine Dokumentation der Tagung finden Sie hier.

Eckpunkte: Silence

Pater Christof Wolf, Geistlicher Beirat der GKP, über Glaubenseifer, Hoffnung und das Schweigen Gottes:

Kein Bild, nur Schwarz und ein paar Sekunden lang ein Geräusch. Abrupt bricht es ab: Stille. Aufblende: Macao, China, anno 1638. Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield) und Francisco Garupe (Adam Driver), zwei junge portugiesische Jesuitenpatres, verhandeln mit ihrem Provinzial, ob sie nach Japan gehen dürfen – in geheimer Mission, versteht sich, denn seit 1614 ist dort das Christentum strengstens verboten. Im Zuge der Christenverfolgung sei auch ihr Mitbruder und ehemaliger Mentor Pater Cristóvão Ferreira (Liam Neeson) gefoltert worden und vom Glauben abgefallen, heißt es. Er arbeite nun sogar für das Shogunat. Die beiden können das nicht glauben und wollen selber nachforschen, wohl wissend, dass es eine Reise ohne Wiederkehr sein wird. Nach abenteuerlicher Überfahrt auf einer japanischen Insel gelandet, werden sie von Christen, die im Geheimen ihren Glauben praktizieren, zwar freudig empfangen, aber die Lage ist so gefährlich, dass sich die Patres ständig verstecken müssen. Das Shogunat ist überall. Es zwingt die als Christen Verdächtigten zum „fumie“, zum Bildertreten: Sie müssen den Fuß auf ein Jesus- oder Marienbild setzen und so formal ihrem Glauben abschwören. Mehrere Dorfbewohner, die den Befehl verweigern, werden gekreuzigt. Einer der Märtyrer gibt Rodrigues ein winziges handgefertigtes Kreuz. Rodrigues und Garupe beschließen, auf getrennten Wegen nach Ferreira zu suchen. Beide werden dabei gefangen genommen. Garupe stirbt, ohne seinem Glauben abgeschworen zu haben. Für Rodrigues lässt sich der japanische Inquisitor etwas Besonderes einfallen. Nicht er selbst wird gefoltert, sondern er muss mitansehen, wie japanische Christen gequält werden: Er könne ja deren Leiden ganz einfach beenden, indem er seinem Glauben abschwöre. Das flüstert ihm auch Ferreira zu, den Rodrigues durch einen schlauen Schachzug des Inquisitors wiedergetroffen hat. Und wie dieser vollzieht er das „fumie“ und schwört seinem Glauben ab. Als Rodrigues dreißig Jahre später stirbt, wird er auf buddhistische Art bestattet. Das letzte Bild: das ihm von seiner Frau in die Hand gelegte winzige Kreuz, das er einst von den japanischen Christen geschenkt bekommen hat. Das letzte Geräusch: das Knistern des Bestattungsfeuers. Weiterlesen »

Buchtipp: Mobiler Journalismus

Zunächst führt der Ausdruck „Mobile Reporting“ vielleicht ein wenig in die Irre: Natürlich sollte jeder Journalist mobil sein, sein Ereignis nach guter Recherche vor Ort direkt begleiten und dann darüber berichten. Björn Staschen wirft aber einen Blick auf das journalistische Handwerk 2.0 und zeigt, wie Smartphones und andere Hilfsmittel den journalistischen Alltag ergänzen können. Der NDR-Reporter und CvD in der Tagesschau-Redaktion erklärt, welche Technik erforderlich ist, um mit dem Smartphone Audio und Video in hoher Qualität produzieren zu können und schildert die Erfahrungen anderer Journalisten mit „Mobilem Journalismus“. Ein Buch mit vielen praktischen Tipps und Tricks, damit Hörfunk und Fernsehen unterwegs gelingt. (rub) Weiterlesen »

Buchtipp: Redefreiheit

Warum wir Redefreiheit mehr denn je brauchen, erläutert Timothy Garton Ash in seinem neuen Buch. Der Historiker schildert die Geschichte der dramatischen technologischen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Veränderungen, die sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts und nach den Revolutionen 1989 mit gesteigerter Intensität vollzogen haben – und weiter vollziehen. Um in dieser Post-Gutenberg-Welt gut zusammenleben zu können, brauchen wir nach Ansicht des Karlspreisträgers 2017 mehr Meinungsfreiheit von besserer Qualität. Internet und Globalisierung haben eine neue Epoche der Redefreiheit zwar möglich gemacht, gleichzeitig provozieren sie neue kulturelle und religiöse Konflikte. Damit stellt sich die Frage, wie wir in Zukunft vernünftig unsere Standpunkte austauschen, wie wir das Recht auf Redefreiheit genauso wie die Würde Andersdenkender sichern können. (rub) Weiterlesen »

Berliner GKP zu Gast beim koptischen Bischof

24.03.2017

Bischof Damian im GesprächEr ist ein Bischof, der einfach immer ansprechbar ist und den Menschen lächelnd begegnet – bei allen Sorgen in seinem Heimatland. Und so empfing Bischof Damian, Oberhirte der koptischen Christen in Deutschland, am 14. März sieben Mitglieder der Berliner GKP-Regionalgruppe mit großer Herzlichkeit. Auch aus der Gemeinde hörten einige Kopten zu. Weiterlesen »

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